Was ist der Gebäudeenergieausweis?

Der Gebäudeenergieausweis bewertet die Energieeffizienz eines Gebäudes. Er informiert Käufer, Mieter oder Pächter über den zu erwartenden Energieverbrauch für Heizung und Warmwasser und sorgt somit für mehr Transparenz bei den Nebenkosten.

Braucht jeder Gebäudeeigentümer einen Energieausweis?

Wer sein Haus selbst bewohnt, benötigt keinen Energieausweis. Das gilt auch für vermietete Objekte mit weniger als 50 m2 Nutzfläche sowie für Gebäude, die nicht regelmäßig genutzt werden, zum Beispiel Ferienhäuser. In allen anderen Fällen ist der Energieausweis Pflicht.

Es gibt zwei Varianten von Energieausweisen für Gebäude:

  1. Bedarfsausweis: Der zu erwartende Energiebedarf wird auf Grundlage der Bausubstanz des Gebäudes errechnet.
  2. Verbrauchsausweis: Der zu erwartende Energieverbrauch wird aus dem Verbrauch der Nutzer in den letzten drei Jahren unter Berücksichtigung des Wetters und gegebenenfalls längerer Abwesenheit ermittelt.

Beide Varianten zeigen den Energiekennwert des Gebäudes in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr sowie die Energieeffizienzklasse von A+ bis H in Form einer Farbskala wie man sie auch von Elektrogeräten kennt. Außerdem enthält der Energieausweis zusätzlich Modernisierungsempfehlungen zur Steigerung der Energieeffizienz des Gebäudes.

Kann ich mir die Variante aussuchen?

Eigentümer von Bestandgebäuden können frei zwischen beiden Varianten wählen. Einzige Ausnahme: Für Häuser, die bis zu vier Wohnungen haben und vor 1978 gebaut wurden, ist der Bedarfsausweis Pflicht.

Für Neubauten kommt nur der Bedarfsausweis in Frage, da hier noch keine Verbrauchswerte vorliegen.

Welche Variante des Energieausweises ist besser?

Das hängt davon ab, wofür der Ausweis genutzt werden soll. Um den gesetzlichen Auflagen nachzukommen, reicht in der Regel der Verbrauchsausweis. Der Bedarfsausweis ist aufwendiger und teurer, da mehr Daten ausgewertet werden müssen. Dafür enthält er wertvolle Hinweise auf energetische Schwachstellen der Gebäudehülle oder Anlagentechnik.

Wer darf einen Energieausweis ausstellen?

Nur Fachleute, die über eine entsprechende Qualifikation verfügen, dürfen die Energieausweise ausstellen. Dazu gehören zum Beispiel zertifizierte Energieberater, Architekten, Ingenieure, Handwerker mit entsprechender Fortbildung oder Schornsteinfeger. Berechtigte besitzen eine Registrierungsnummer, die auf dem Energieausweis eingetragen wird.

Sie sind Eigentümer und benötigen einen Energieausweis für Ihr Gebäude?

Unsere Energieberater sind Ihnen gerne behilflich. Oder nutzen Sie die bundesweite Expertensuche der dena: