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06.08.2015 08:31 Bereich: Pressemeldungen

Kreuzer wappnet sich für Gluthitze

Uwe Kasel arbeitet seit fast 20 Jahren für die Stadtwerke Bayreuth. Knapp zehn davon als stellvertretender Leiter des Kreuzsteinbades. Im Interview verrät er, wie sich das Kreuzer auf die Gluthitze vorbereitet, was sein Lieblingsplatz im Kreuzer ist und was den Badegästen dieses Jahr besonders zu schaffen macht.
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In den kommenden Tagen erwarten wir in Bayreuth Temperaturen von annähernd 40 Grad. Müssen Sie sich auf die Hitze speziell vorbereiten?
Uwe Kasel: Wir planen mit etwas mehr Personal als sonst, damit die Kollegen auch mehr Pausen im Schatten machen können. Außerdem füllen wir unsere Eisvorräte auf, weil bei der Hitze die Wespenstiche zunehmen. Ansonsten ist es für uns ganz normales Badewochenende. Solange nicht mehr als 10.000 Leute kommen, ist alles gut. (lacht)

Hat die Hitze für Sie auch ihr Gutes?
Am Abend bleiben immer sehr viele Pfandflaschen auf der Liegewiese liegen und von dem Erlös hab ich am Donnerstag für alle Aufsichten Eis besorgt, weil die nächsten Tage ja so heiß werden sollen.

Mal ehrlich: Bei dem Wetter haben Sie doch einen klasse Job – oder wie finden Sie das?
Das Wetter ist natürlich schön, aber mein Job ist schon mehr, als nur die Badeaufsicht zu übernehmen – dafür haben wir die Rettungsschwimmer. Als Fachkraft für Bäderbetriebe kümmern wir uns um die Technik, damit die Qualität des Wassers gleich bleibt und sämtliche Normen eingehalten werden. Wir arbeiten hier immerhin nach der Trinkwasserverordnung. Es geht also um Filtration, die Zugabe von Chemikalien und die Chlordesinfektion. Außerdem müssen wir natürlich immer mit Notfällen rechnen. Die ganze Zeit läuft alles easy und entspannt – und auf einmal passiert etwas – da geht es darum, von Null auf Hundert voll konzentriert zu sein. 

Wie lief die Saison im Kreuzer bisher?
Diese Saison ist bisher deutlich besser gelaufen als die letzten zwei, drei Jahre. Allerdings sind momentan viel zu wenig Besucher im Kreuzer, wenn man sich das Wetter mal anschaut. Normalerweise müssten über den Tag verteilt 2000 Leute mehr da sein. Am Mittwoch hatten wir geschätzt nur etwa 2500 Gäste da.

Woran liegt das Ihrer Meinung nach?
Ich schätze mal, das liegt an der Ferienzeit. Die letzten Jahre war der August wettertechnisch oft extrem schlecht. Da sagen sich vielleicht viele Leute, dass sie lieber ins Warme reisen. Dass es so warm wird, wurde ja auch erst letzte Woche gemeldet; ihre Urlaubsreise dürften die meisten schon deutlich früher gebucht haben. Was bestimmt auch mit reinspielt, ist unsere Parkplatzsituation: Durch die vielen neuen Wohnbauten ringsum haben wir das Problem, dass unser Parkplatz schon in der Früh zu einem Drittel oder Viertel voll ist – aber es ist eben ein öffentlicher Parkplatz. Wer bei uns keinen Parkplatz findet, der fährt eben leider weiter.

Trotzdem soll es erst einmal heiß bleiben. Der August muss doch eigentlich ein Knaller werden, was die Besucherzahlen anbelangt.
Ich würde es mir wünschen. Wir haben ja im Bad investiert: In die neue Halle inklusive Umkleidekabinen und neuer Toiletten, in einen neuen Kinderspielplatz. Wir bieten wieder einiges im Kreuzsteinbad. Wenn die Leute dann wegbleiben, ist das für uns natürlich schade.

Gab es in letzter Zeit etwas, woran Sie sich besonders erinnern?
In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch waren Leute im Bad. Ich wohne gleich neben dem Bad und mein Hund war unruhig. Dann bin ich rein und hab‘ die drei prompt erwischt.

Was passiert dann?
Wir erstatten Anzeige. Aber nicht, weil wir den Leuten eines auswischen wollen. Uns geht es darum, dass wir die Leute zu deren eigenem Wohl davon abhalten wollen, nachts ins Bad einzusteigen. Ohne Badeaufsicht ist das einfach zu gefährlich. 

Wie ist das tagsüber – passieren viele Unfälle?
Wir hatten dieses Jahr leider mehr Unfälle als sonst. Häufig sind Gelenk- und Bänderverletzungen, wo wir dann einen Rettungswagen rufen müssen. Schuld ist hier oft die Unvernunft der Sportler, die barfuß oder mit Flip-Flops Basketball spielen. Da knickt man so schnell um und kann sich schwer verletzen. In den Schwimmbecken selbst oder beim Beach Volleyball passiert eher selten etwas. Was mir dieses Jahr aber besonders aufgefallen sind: Die Wespen sind total aggressiv.

Was ist Ihr Lieblingsort im Kreuzer?
Ich finde unseren neuen Spielplatz genial. Da haben wir richtig Zeit investiert und alles durchdacht. Ich muss aber wirklich sagen: Unser ganzes Bad ist herausragend – das findet man kaum irgendwo anders in der Region. Viele Gäste, auch von außerhalb, sagen uns immer wieder, dass es ein so schönes Bad wirklich nur selten gibt. Für mich ist auf jeden Fall das ganze Bad etwas Besonderes.

Gehen Sie selbst auch gern im Kreuzer baden?
(lacht) Selten, das muss ich zugeben. Ich mache an meinen freien Tagen lieber etwas anderes. Früher war ich oft hier, habe drei Mal die Woche trainiert, aber inzwischen habe ich keine Lust mehr, in meiner Freizeit ins Kreuzer zu gehen. Das liegt auch daran, dass viele Badegäste mich natürlich kennen und ansprechen. In der Freizeit will man einfach ein bisschen Ruhe.