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11.03.2016 08:40 Bereich: Neuigkeiten

Erdwärme für das Richard Wagner Museum

Bei der Heizung des Richard Wagner Museums setzt die Stadt auf eine nachhaltige Lösung. Die Anlage der Stadtwerke Bayreuth nutzt die Wärme aus der Erde, um das Gebäude mit den empfindlichen Ausstellungsstücken zu heizen. Aber die Anlage kann noch mehr.
Erdwärme für das Richard Wagner Museum
Das Richard Wagner Museums in Bayreuth bezieht seine Wärme aus der Erde.

Richard Wagner, dem es in seinen letzten Lebensjahren in Bayreuth angeblich zu kalt gewesen sein soll, hätte das vielleicht gefallen: Ein Gerät, das sein Haus im Sommer kühlt, indem es die Wärme in den Boden schickt und mit eben jener Energie im Winter wieder heizt. Vor 200 Jahren, als Wagners Wohnhaus Villa Wahnfried in Bayreuth gebaut wurde, war das noch undenkbar. Heute sieht die Situation anders aus – die einfache aber effektive Lösung heißt Erdwärmeheizung.

Wärme wird im Boden gespeichert

Die Stadt Bayreuth hat sich als Bauherrin des neuen Richard Wagner Museums für diesen Vorschlag der Stadtwerke entschieden. „Das hat den großen Vorteil, dass wir mit ein und derselben Anlage das Haus sowohl heizen als auch kühlen können“, erklärt Andreas Waibel, der bei den Stadtwerken Bayreuth für die Bereiche Wärme und Contracting verantwortlich ist. „Unsere Anlage funktioniert im Sommer wie ein Kühlschrank. Sie entzieht der Luft die Wärme, lässt diese aber nicht einfach entweichen, sondern speichert sie mittels 16 rund 50 Meter tiefe Bohrungen im Boden vor dem Museum.“

100 Tonnen weniger CO2

Gut zwei Drittel der benötigten Wärme im Richard Wagner Museum speist sich aus der Erdwärme – lediglich 30 Prozent zusätzliche Energie aus Erdgas braucht das Museum, wenn es besonders kalt ist. Insgesamt spart die Anlage somit jedes Jahr rund 530.000 Kilowattstunden Energie und knapp 100 Tonnen CO2 im Vergleich zu einer gewöhnlichen Gasheizung. Das entspricht etwa dem CO2-Ausstoß von rund 40 Mittelklassewagen pro Jahr*. „Die Erdwärmetechnik ist umweltschonend und sehr effizient“, betont Andreas Waibel. Auch wenn sie in der Anschaffung teurer als andere Heizungsarten ist, lohne sie sich im Lauf der Jahre.

Stadtwerke bieten Rundum-sorglos-Paket

Der zweite Vorteil neben der Umweltverträglichkeit sei das Vertragsmodell, das die Stadt mit den Stadtwerken vereinbart hat.  „Die Anlage im Richard Wagner Museum ist ein Contracting-Projekt“, erklärt Waibel. Das sei wie Leasing, nur eben für die Heizung. „Das heißt, die Stadtwerke Bayreuth tragen die komplette Investition und kümmern sich während der Vertragslaufzeit auch um die Anlage." An 365 Tagen im Jahr, rund um die Uhr, können die Stadtwerke zudem garantieren, dass sie technische Probleme sofort beheben. „Damit bieten wir ein „Rundum-sorglos-Paket.“ Im Gegenzug bezahlt die Stadt Bayreuth eine jährliche Pauschale und die Kosten für die benötigte Energie.

Ob Wagner die Erdwärmeheizung gefallen hätte? Fragen können wir Bayreuths Gallionsfigur nicht mehr. Dafür kann sich jeder ein Bild davon machen, ob das Museum ordentlich temperiert ist. Es hat seit Mitte des vergangenen Jahres nach einer Rundumerneuerung wieder geöffnet.

*2.250 Kilogramm CO2 bei 15.000 Kilometern im Jahr.