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Stadtwerke investieren in Wärme- und Kälteversorgung der Universität Bayreuth

Die Stadtwerke Bayreuth versorgen die Universität Bayreuth mit Wärme und Kälte. Auf der Suche nach Optimierungspotential haben die Stadtwerke das Amberger Institut für Energietechnik (IFE) beauftragt. Dessen Vorschläge werden schon bald in die Tat umgesetzt.


Mehr als 13.000 Studierende zählt die Universität Bayreuth, die mit ihren zahlreichen Gebäuden auf dem rund 80.000 Hektar großen Gelände jedes Jahr viel Wärme und Kälte braucht. Dafür sorgen die Stadtwerke Bayreuth, die dort insgesamt zwei Wärme- und Kältezentralen betreiben. Für die Wärme sorgen hauptsächlich große Gaskessel und die Kälte wird von Kompressionskältemaschinen hergestellt, die wie große Kühlschränke funktionieren. „Die Wärme und die Kälte speichern wir in großen Tanks zwischen und bringen sie anschließend dorthin, wo sie gebraucht werden“, erklärt Andreas Waibel, bei den Stadtwerken Bayreuth verantwortlich für die Themen Contracting und Energieerzeugung. „Seit 1998 sind wir Vertragspartner der Uni und haben seitdem immer wieder Geld in die Anlagen gesteckt. Weil nun wieder eine größere Investition ansteht, wollten wir die Anlage als Ganzes betrachten und haben ein Gesamtenergiekonzept beim IFE in Auftrag gegeben, das das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie mit 40 Prozent fördert.“

Die zwei zentralen Erkenntnisse des Konzepts: Zum einen bietet sich eine der beiden Heizzentralen für eines der deutschlandweit ersten innovativen Kraft-Wärme-Kopplungs-Systemen an, das den Einsatz eines großen Blockheizkraftwerks (BHKW), eines regenerativen Wärmeerzeugers, wie zum Beispiel eine Luft-Wärme-Pumpe, eines elektrischen Wärmeerzeugers – beispielsweise ein Elektrodenkessel, der wie ein großer Wasserkocher funktioniert, – und einer gemeinsamen Steuerung des gesamten Systems erfordert. „Daraus ist schnell ein eigenes Konzept entstanden, bei dem uns ebenfalls das IFE berät“, sagt Waibel. Bereits heute stehe fest, dass die Stadtwerke Bayreuth in Kürze fünf Millionen Euro hierfür investieren werden.

Stadtwerke vermeiden 1.200 Tonnen CO2

Die zweite Erkenntnis des Gesamtenergiekonzepts: Auch bei der Wärme-Kälte-Zentrale, die das südliche Unigelände versorgt, gibt es Verbesserungsmöglichkeiten. Das Konzept empfiehlt unter anderem, zwei neue BHKWs mit einer Gesamtleistung von etwa einem Megawatt zu installieren. „Da ein BHKW nicht nur Strom erzeugt, sondern auch die Abwärme des Motors auffängt, nutzen wir die Energie des eingesetzten Erdgases nahezu vollständig aus. So können wir gut 1.200 Tonnen CO2 jedes Jahr vermeiden“, erklärt Andreas Waibel. Außerdem wird die Anlage um einen Wärmespeicher und stärkere Pumpen ergänzt. Das ermögliche es, ergänzt Waibel, dass die beiden neuen BHKWs nicht nur Wärme in Richtung  Ökologisch-Botanischer-Garten bringen, sondern auch Energie in das allgemeine Wärmenetz einspeisen können. „Dann fehlt uns nur noch ein Steuerungssystem, das die bislang voneinander unabhängig arbeitenden Wärme-Kälte-Zentralen miteinander verbindet.“

Voraussichtlich zwei Millionen Euro wird es die Stadtwerke kosten, die südliche Wärme-Kälte-Zentrale auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Laut Andreas Waibel soll das Projekt im Jahr 2019 abgeschlossen sein. „Dann wird auch das innovative Wärme-Kopplungs-System in der Wärme-Kälte-Zentrale-Nord fertig sein.“ Für die Universität bedeute das, dass die ohnehin schon hohe Versorgungssicherheit nochmals ein Stückchen steigt. „Und für die Stadtwerke heißt das, dass wir unsere Hausaufgaben ordentlich gemacht haben“, betont Waibel.