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10.000 Euro für die Kitzrettung Oberfranken

Statt Weihnachtsgeschenke für Geschäftspartner zu kaufen, spenden die Stadtwerke Bayreuth auch dieses Jahr wieder 10.000 Euro für einen guten Zweck. Heuer geht das Geld an die Kitzrettung Oberfranken e.V., die damit eine zweite Drohne kaufen wird, um noch mehr Rehkitze retten zu können.


Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Bayer überreicht die Weihnachtsspende an Britta Engelhardt, Vorsitzende des Vereins Kitzrettung Oberfranken

Zwischen Mai und Juni spielen sich Dramen auf den Wiesen unserer Region ab: Im hohen Gras suchen Rehkitze Schutz vor Fressfeinden. Gut getarnt sind sie schon aus zwei Metern Entfernung kaum mehr in ihrem Versteck zu sehen. Das gilt leider auch für die Landwirte, die mit ihren Traktoren die Wiesen mähen. Der Verein Kitzrettung Oberfranken hat es sich zum Ziel gesetzt, in dieser Zeit möglichst viele Wiesen abzusuchen, bevor sie gemäht werden. „Dieses Jahr haben wir rund 180 Kitze gerettet – mehr als 110 Mal waren wir im Einsatz“, erzählt Britta Engelhardt, Vorsitzende des Vereins.

„Wir werden normalerweise von den Landwirten oder den Jagdpächtern angerufen“, sagt Engelhardt. Oft am Vorabend, manchmal gar nur wenige Stunden bevor die Traktoren die Wiesen mähen sollen. Das sei zwar schwer planbar, aber dank sozialer Medien ließen sich die Helfer zügig mobilisieren. Dabei ist der Ablauf einer Hilfsaktion immer ähnlich: „Wir stellen uns am Rand der Wiese auf und haben ein Seil als Hilfsmittel dabei“, sagt Britta Engelhardt. Der Abstand zwischen den Ehrenamtlichen betrage höchstens eineinhalb Meter, „weil man so ein Kitz im hohen Gras sonst unheimlich schnell übersieht“. Finden sie ein Kitz, tragen sie es – eingepackt in ein dickes Grasbüschel – an den Feldrand. „Dabei versuchen wir, es so wenig menschlichem Kontakt wie möglich auszusetzen, um nicht zu riskieren, dass das Muttertier sein Kitz verstößt.“ Gleich im Anschluss soll die Wiese gemäht werden, weil es sonst vorkommen kann, dass das Kitz wieder zurück in die Wiese geht.

Drohne rettet 60 Kitze

Für drei bis fünf Hektar braucht die Kitzrettung mit zehn bis 15 Helfern in etwa drei Stunden. Doch immer wieder hat sie Anfragen für Wiesen, die deutlich größer sind. „Wenn wir 30 Hektar absuchen sollen, bräuchte ich hundert Leute – die bekommen wir auf die Schnelle nicht zusammen.“ Die Lösung für das Problem hat sechs Rotorblätter und eine Wärmebildkamera an Bord. „Dieses Jahr haben wir das erste Mal mit einer Drohne gearbeitet – die ist wirklich Gold wert“, betont Britta Engelhardt. Fünf bis zehn Hektar schafft das vierköpfige Drohnen-Team binnen einer Stunde. Allein 60 Kitze haben die Ehrenamtlichen der Kitzrettung Oberfranken dieses Jahr dank des fliegenden Helferleins gefunden.

"Wollen mit unserer Spende echten Mehrwert schaffen"

Doch auch mit Drohne konnten die Kitzretter längst nicht jede Anfrage abarbeiten. „Im Moment sind wir hauptsächlich in den Landkreisen Bayreuth und Hof unterwegs – vereinzelt auch in den Landkreisen Kulmbach und Wunsiedel. Unser Ziel ist es aber, in ganz Oberfranken agieren zu können“, sagt Britta Engelhardt. Der nächste Schritt sei in jedem Fall eine zweite, mehrere tausend Euro teure Drohne zu kaufen. Das ist dank einer 10.000-Euro-Spende der Stadtwerke Bayreuth ohne weiteres möglich. Wie schon in den Vorjahren verzichtet das Unternehmen auf Weihnachtspräsente für Geschäftspartner und spendet stattdessen für einen guten Zweck – dieses Jahr eben an die Kitzrettung Oberfranken. „Es beeindruckt mich sehr, wie viel Zeit die Ehrenamtlichen der Kitzrettung Oberfranken investieren, um möglichst viele Rehkitze retten zu können“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Bayer. „Sie tragen dazu bei, dass die für unsere Gesellschaft so wichtige Landwirtschaft und der ebenso wichtige Tierschutz zusammenfinden. Wir hoffen, dass wir für die Kitzrettung Oberfranken durch unsere Spende einen echten Mehrwert schaffen können.“

Drohne ersetzt Begehen mit Helfern nicht

Das sei schon jetzt garantiert, versichert Britta Engelhardt. Auch wenn eine zweite Drohne das Begehen mit vielen Helfern nicht ersetzen werde. „Unsere Drohne funktioniert nur in den frühen Morgenstunden, wenn der Temperaturunterschied zwischen Boden und Kitz noch möglichst groß ist. Ab 9 Uhr wärmt sich im Mai und Juni jeder Erdhügel so stark auf, dass er auf dem Bildschirm aussieht wie ein Rehkitz.“ Dann sind die Kitzretter wieder auf viele Unterstützer angewiesen, die die Wiesen der Region zu Fuß absuchen.


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