Wenn die Temperaturen an der 40-Grad-Marke kratzen, verändert sich der Alltag: Menschen suchen Schatten, Kinder brauchen Abkühlung, in vielen Gärten wird häufiger gegossen. Und natürlich läuft auch der Wasserhahn öfter – zum Trinken, Kochen, Duschen oder Befüllen der Gießkanne. Auf genau solche Sommertage ist die Bayreuther Wasserversorgung ausgelegt. Die wichtigste Botschaft der Stadtwerke lautet deshalb: Bayreuth ist auch bei großer Hitze sicher mit Trinkwasser versorgt.
„Ich kann gut nachvollziehen, dass sich Menschen Gedanken machen, wenn es sehr heiß ist und wochenlang wenig regnet“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Markus Rützel. „Für Bayreuth gilt aber: Die Trinkwasserversorgung ist sicher. Der tägliche Wasserverbrauch beträgt derzeit etwa 21 Millionen Liter. In unseren Hochbehältern sind darüber hinaus rund 24 Millionen Liter gespeichert. Und natürlich befüllen wir sie laufend mit frischem Trinkwasser. Wir sind also gut auf Verbrauchsspitzen vorbereitet und haben ausreichend Reserven.“
Wasser aus mehreren Gewinnungsgebieten
Dass die Stadtwerke ruhig auf die kommenden heißen Tage blicken, liegt auch an der Struktur der Bayreuther Wasserversorgung. Das Trinkwasser kommt nicht aus einer einzigen Quelle. Ein Teil stammt aus Tiefbrunnen im Stadtgebiet und östlich von Bayreuth, ein weiterer Teil aus Quellfassungen im Fichtelgebirge. Hinzu kommt Wasser der Fernwasserversorgung Oberfranken aus der Ködeltalsperre.
„Genau das schafft Sicherheit“, sagt Rützel. „Wir verlassen uns nicht auf einen einzelnen Baustein, sondern auf ein Versorgungssystem mit Netz und doppeltem Boden. Das ist im Alltag wichtig – und erst recht in Hitzephasen.“
Langfristig robust aufgestellt
Dabei achten die Stadtwerke nicht nur darauf, dass heute ausreichend Wasser vorhanden ist. Entscheidend ist auch, die Versorgung langfristig robust aufzustellen. Trockenere und heißere Phasen werden durch den Klimawandel wahrscheinlicher. Die bayerische Staatsregierung fordert deshalb, die öffentliche Wasserversorgung widerstandsfähig aufzustellen – mit ortsnaher Gewinnung, regionaler Zusammenarbeit und überregionalen Versorgungsstrukturen. „Bayreuth ist auf diesem Weg bereits gut aufgestellt“, sagt Rützel. „Das heißt nicht, dass wir uns zurücklehnen. Aber es heißt: Wir haben eine verlässliche Grundlage, die wir Schritt für Schritt weiter optimieren.“
Stabile Grundwasserpegel
Die Grundwasserstände in den Brunnenfeldern der Stadtwerke sind stabil – und das seit Jahren. Das ist wichtig, weil Grundwasser anders reagiert als der ausgetrocknete Boden im Garten: Ein paar trockene Wochen wirken sich dort nicht sofort aus. Entscheidend ist aber, die Brunnenfelder langfristig verantwortungsvoll zu nutzen. „Wir achten darauf, dass wir unsere Brunnenfelder nachhaltig betreiben“, sagt Rützel. „Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel – damit geht man nicht sorglos um. Dazu gehört unsere betriebliche Eigenüberwachung; ergänzt wird sie selbstverständlich durch die Kontrolle des Wasserwirtschaftsamtes.“
Quellfassungen besonders im Blick
Auch die Quellfassungen im Fichtelgebirge liefern derzeit ausreichend Wasser. Weil sie näher an der Oberfläche liegen, fallen längere Trockenphasen her schneller ins Gewicht, weswegen Stadtwerke diese Quellen aufmerksam im Blick behalten. Um die vorhandenen Wassermengen bestmöglich zu nutzen, haben Fachleute mehrere Fassungen im Frühjahr gereinigt und gespült. Mit Erfolg: Denn die gelieferte Wassermenge ist wieder gestiegen.
Achtsam bleiben
Die stabile Lage ändert nichts daran, dass die Stadtwerke die Entwicklung aufmerksam verfolgen. Nach den Niederschlagsdaten der relevanten DWD-Stationen ist das Jahr in der Region bislang zu trocken; vor allem März, April und der bisherige Juni fallen auf. „Nur weil heute alles unter Kontrolle ist, heißt das nicht, dass wir mit Trinkwasser verschwenderisch umgehen sollten“, sagt Rützel. „Es geht nicht darum, den Menschen ein schlechtes Gewissen zu machen. Es geht darum, unser Trinkwasser dort zu nutzen, wo es wirklich gebraucht wird – und dort achtsam zu sein, wo an heißen Tagen besonders viel zusätzliches Wasser verbraucht wird.“
Gemeint ist ausdrücklich nicht der normale tägliche Bedarf. Gerade bei großer Hitze gilt: ausreichend trinken, Kinder und ältere Menschen im Blick behalten und sich abkühlen, wenn es nötig ist. Die großen Verbrauchssprünge entstehen in Hitzephasen meist nicht durch ein Glas Wasser mehr, durch Kochen oder die normale Körperpflege. Deutlich stärker ins Gewicht fallen zusätzliche Verbräuche im Freien – etwa wenn große Rasenflächen gesprengt, Gärten ausgiebig bewässert oder Pools befüllt und nachgefüllt werden.
Bewusst gießen, Wasser sparen
Hier bitten die Stadtwerke um Achtsamkeit. Beete sollten möglichst gezielt im Wurzelbereich gegossen werden, am besten morgens oder abends. Rasenflächen müssen dagegen nicht dauerhaft sattgrün bleiben. Sie überstehen trockene Phasen meist besser, als es zunächst aussieht, und erholen sich nach Regen wieder. Bei Pools lohnt es sich, Wasser möglichst lange sauber zu halten und unnötiges Nachfüllen zu vermeiden. „Und wer einfach nur Abkühlung sucht, dem kann ich natürlich auch unser Kreuzsteinbad ans Herz legen“, sagt Rützel lachend. „Das ist Bayreuths größter Pool – und selbst die Jahreskarte kostet weniger als der Unterhalt vieler privater Pools.“
Regentonnenförderung nutzen
Wer im Garten Trinkwasser sparen möchte, hat mit Regenwasser die einfachste Alternative. Es kostet nichts, schont die Trinkwasserressourcen und eignet sich ideal für Beete, Kübelpflanzen und Balkon. Deshalb fördern die Stadtwerke Bayreuth neue Regentonnen. Energiekundinnen und Energiekunden erhalten für eine neue Regentonne ab 200 Litern Fassungsvermögen 30 Euro Zuschuss pro Haushalt. Gefördert werden Regentonnen, die ab dem 1. März gekauft wurden. Der Antrag kann auf der Webseite der Stadtwerke Bayreuth gestellt werden.
„Jeder Liter Regenwasser, der im Garten landet, muss nicht als Trinkwasser aus der Leitung kommen – dafür ist Trinkwasser eigentlich zu schade“, sagt Rützel. „Unser Förderprogramm ist ein kleiner Beitrag, der in der Summe einiges bewirken kann: für unsere Wasserressourcen, für die Kanalisation bei Starkregen und für eine Stadt, die besser mit Hitze und Trockenheit umgehen kann.“
Kostenlos Wasser auffüllen
Wer unterwegs Durst bekommt, kann sich in Bayreuth kostenlos erfrischen. Die Stadtwerke betreiben öffentliche Trinkwasserbrunnen auf dem Stadtparkett und vor dem Rathaus. Außerdem sind der Unternehmenssitz in der Birkenstraße und das Kundencenter Energie & Wasser an der ZOH als Refill-Stationen registriert.
„Beim Trinken soll niemand sparen“, betont Rützel. „Bayreuth ist sicher versorgt. Unsere Aufgabe ist es, dass aus dem Wasserhahn zuverlässig Trinkwasser kommt – auch an sehr heißen Tagen. Genau darauf können sich die Menschen in Bayreuth verlassen.“








