Omas Kartoffelklöße
In der Kunst steht die Knolle für Bescheidenheit und Bodenständigkeit.

Zutaten
- 1½ kg festkochende Kartoffeln
- 1 Scheibe Bauernbrot oder 1 Brötchen vom Vortag
- 1 EL Butterschmalz
- 1 Prise frisch geriebene Muskatnuss
- Etwas Salz
Zubereitung
1. BROT fein würfeln. Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen, die Brotwürfel (Bröckerla) rösten und beiseitestellen.
2. KARTOFFELN schälen und mit kaltem Wasser bedecken. Ein Drittel in einem großen Topf mit reichlich Salzwasser etwa 20 Minuten gar kochen. Das Wasser soll später zum Kochen der fertigen Klöße reichen.
3. MIT EINEM SCHAUMLÖFFEL die gekochten Kartoffeln herausnehmen und durch eine Kartoffelpresse oder einen -stampfer drücken. In einer Schüssel beiseitestellen. Das Kartoffelwasser weiter köcheln lassen.
4. ROHE KARTOFFELN mit einer Kartoffelreibe fein reiben. Dann sofort in ein Leinen- oder Geschirrtuch geben und kräftig auspressen. Den Kartoffelsaft in einem Schüsselchen auffangen.
5. NACHDEM SICH die Kartoffelstärke am Boden abgesetzt hat, den Kartoffelsaft vorsichtig in eine weitere Schüssel abgießen.
6. ALLE KARTOFFELN mit der Kartoffelstärke und einer kräftigen Prise Muskat vermischen. Wenn der Kloßteig zu trocken ist, etwas vom aufgefangenen Kartoffelwasser dazugeben.
7. ZUM FORMEN der Klöße die Hände mit dem Kartoffelwasser befeuchten. Eine Kugel von der Größe eines Tennisballs formen. Eine tiefe Grube eindrücken, drei bis vier Bröckerla einlegen und den Kloß wieder schließen.
8. DIE KLÖSSE in das bereitstehende köchelnde Salzwasser geben. Kurz aufkochen lassen und etwa 20 Minuten weiterziehen lassen. Die Klöße sind fertig, wenn sie etwa fünf Minuten an der Wasseroberfläche schwimmen.
Kartoffel AUF DIE 1
Hoher Nährwert und einfacher Anbau: Die Kartoffel ist mehr als ein Lebensmittel– sie prägte Geschichte, Wirtschaft und Kultur auf allen Kontinenten.
Gekommen, um zu bleiben
Schon vor mehr als 7.000 Jahren bauten indigene Völker Südamerikas wie die Inka Kartoffeln in der Andenregion an. Als das Knollengemüse im Zuge der Eroberung Amerikas im 16. Jahrhundert nach Europa kam, wurde es lange Zeit skeptisch beäugt, galt als „Arme-Leute-Essen“ oder sogar als giftig. Heute zählt die Kartoffel neben Reis und Weizen weltweit zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln.
Vielfältig und robust
Kartoffeln gedeihen am besten in gemäßigtem Klima und lockeren Böden. Global gibt es über 5.000 Sorten, von Bataten (Süßkartoffeln) bis zu blauen, lilafarbenen oder roten Kartoffeln. 1995 baute die NASA sogar Kartoffelpflanzen auf der Raumstation „Mir“ an– als erstes Gemüse im Weltall.
Einfach gesund
Kartoffeln sind reich an Vitamin C, Kalium und Ballaststoffen. Eine mittelgroße Kartoffel deckt rund ein Viertel des täglichen Vitamin-C-Bedarfs eines Erwachsenen ab. Dabei enthält die Schale mehr Nährstoffe als das Innere und sollte etwa bei Pellkartoffeln mitgegessen werden. Und: Grüne Stellen sind giftig– sie bilden Solanin, ein natürliches Pestizid der Pflanze.
Kulinarisches Multitalent
Von fränkischen Knödeln über französisches Gratin dauphinois bis zu indischen Aloo Gobi– die Kartoffel ist in fast jeder Küche auf der Welt zu Hause. In Peru liebt man sie sogar gefriergetrocknet als „Chuño“. Und in Polen und Belarus gibt es traditionelles Kartoffel-Bier, hergestellt aus fermentiertem Kartoffelpüree.




