Dezember-Soforthilfe: Sie haben Fragen? Hier finden Sie die wichtigsten Infos!

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Informationen zur Situation auf dem Energiemarkt

Ein Thema betrifft uns im Moment alle: die Situation an den Energiemärkten. Russland liefert kein Erdgas mehr, außerdem steigen die Energiepreise in ungeahnte Höhen – und mit ihnen die Sorgen vieler Menschen.

03.12.2022

Informationen der Stadtwerke Bayreuth

Sie erhalten von uns daher Informationen zur Preisentwicklung. Außerdem erklären wir, wie die Lage ist, was die Ursachen sind und worauf es jetzt besonders ankommt.

  • Dezember-Soforthilfe, Preisdeckel, Steuersenkungen - Infos rund um die finanziellen Hilfen des Bundes    
  • Informationen zur Entwicklung der Energiepreise
  • Alles rund um die Preiserhöhungen zum 1. November 2022
  • Kann ich selbst etwas tun?
  • Informationen zur Versorgungssicherheit

Dezember-Soforthilfe, Preisdeckel, Steuersenkungen - Infos rund um die finanziellen Hilfen des Bundes

Seit dem 1. Oktober 2022 gilt für Gas und Fernwärme der reduzierte Mehrwertsteuersatz in Höhe von 7 Prozent. Selbstverständlich geben wir diesen Vorteil an Sie weiter.

Gaspreisdeckel

Die Bundesregierung plant, dass eine Menge von 80 Prozent des Vorjahresverbrauchs mit einem garantierten Gas-Bruttopreis von 12 Cent je Kilowattstunde abgerechnet wird. Für die restlichen 20 Prozent des Verbrauchs ist der Vertragspreis abzurechnen. Die Entlastung soll von Februar oder März 2023 bis April 2024 greifen. An den Einzelheiten arbeitet der Gesetzgeber derzeit noch. Sobald die konkreten Regelungen vorliegen, informieren wir Sie an dieser Stelle darüber.

Strompreisdeckel

Die Bundesregierung sieht vor, dass ein Grundbedarf von 80 Prozent des bisherigen Stromverbrauchs nicht mehr als von 40 Cent je Kilowattstunde (brutto) kosten soll. Sollte Ihr Vertragspreis darunter liegen, wird selbstverständlich der Vertragspreis zur Abrechnung herangezogen. Ab wann die Strompreisbremse gilt und wie sie genau umgesetzt werden soll, erarbeitet der Gesetzgeber aktuell. Sobald die konkreten Regelungen bekannt sind, informieren wir Sie an dieser Stelle darüber.

Fernwärmepreisdeckel

Vorgesehen ist bislang, dass die Fernwärmepreise für einen Grundbedarf von 80 Prozent des bisherigen Verbrauchs auf 9,5 Cent je Kilowattstunde gedeckelt werden. Für die restlichen 20 Prozent des Verbrauchs ist der Vertragspreis abzurechnen. Die Entlastung soll von Februar oder März 2023 bis April 2024 greifen. An den Einzelheiten arbeitet der Gesetzgeber derzeit noch. Sobald die konkreten Regelungen vorliegen, informieren wir Sie an dieser Stelle darüber.

Die Energiekrise führt zu hohen finanziellen Belastungen für Gas- und Wärmekunden. Um diese Belastungen etwas zu dämpfen, gibt es mehrere durch den Bund finanzierte Entlastungen. Eine davon ist die Dezember-Soforthilfe, die die Verbraucherinnen und Verbraucher im Dezember erhalten werden, die den Zeitraum bis zur geplanten Gaspreisbremse (voraussichtlich ab 1. März 2023) überbrückt.

Von der Soforthilfe profitieren Haushalte, die Gas oder Fernwärme nutzen. Ebenfalls entlastet werden kleine und mittelständische Unternehmen, die weniger als 1,5 Millionen Kilowattstunden Gas im Jahr verbrauchen. Auch Wärmelieferungen aus Contracting-Verträgen an jene Kundengruppen fallen unter die Dezember-Soforthilfe.

Es ist gesetzlich geregelt, wie wir Ihre individuelle Dezember-Soforthilfe berechnen müssen: Sie umfasst ein Zwölftel des Betrags, der sich aus Ihrem üblichen Jahresverbrauch (Stand September 2022) und den ab 1. Dezember 2022 geltenden Gaspreisen ergibt.

Ein Beispiel: Frau Mayer verbraucht pro Jahr 15.000 Kilowattstunden Gas. Im günstigsten Tarif der Stadtwerke bezahlt sie pro Kilowattstunde 18,19 Cent und einen jährlichen Grundpreis in Höhe von 131,61 Euro.

15.000 Kilowattstunden x 18,19 Cent Arbeitspreis je Kilowattstunde / 12227,38 Euro
131,61 Euro jährlicher Grundpreis / 1210.97 Euro
Dezember-Soforthilfe für Frau Mayer238,35 Euro

Auch Mieterinnen und Mieter erhalten die Entlastung. Es ist gesetzlich geregelt, dass Ihr Vermieter Ihre individuelle Entlastung mit der Nebenkostenabrechnung für das Jahr 2022 verrechnen muss.

Wir buchen Ihren Abschlag am Monatsende ab. Entlastet werden Sie, indem Ihr Gasabschlag im Dezember deutlich geringer ausfällt.

Nein, wir erledigen das für Sie, indem wir Ihre individuelle Entlastung berechnen. Sollten Sie das Lastschriftverfahren gewählt haben, verrechnen wir Ihren Abschlag Ende Dezember automatisch mit Ihrem persönlichen Entlastungsbetrag.

Ihre individuelle Dezember-Soforthilfe erhalten Sie, indem wir Ihren Abschlag Ende Dezember um exakt Ihren errechneten Entlastungsbetrag reduzieren. Sie erhalten also keine Auszahlung, sind aber durch dieses Vorgehen im Dezember weniger stark belastet.

Die Wahl liegt ganz bei Ihnen: Entweder Sie setzen mit der Dezemberüberweisung aus, oder Sie überweisen regulär. In beiden Fällen berücksichtigen wir Ihre individuelle Entlastung bei Ihrer Jahresabrechnung – Ihnen geht kein Cent Ihrer individuellen Dezember-Soforthilfe verloren. Wenn Sie möchten, dass wir uns in Zukunft um Ihre Bezahlung kümmern sollen, erteilen Sie uns einfach ein Lastschriftmandat.

Grundsätzlich verrechnen wir Ihren Gasabschlag im Dezember mit Ihrem individuellen Entlastungsbetrag. Ihren Gasabschlag haben wir im Zuge der leider notwendigen Preiserhöhungen im November angepasst, damit Sie bei Ihrer Jahresabrechnung keine hohe Nachzahlung erwartet. Daher kann es sein, dass ein kleiner Restbetrag bleibt, den wir für unsere Gaslieferungen im Dezember von Ihrem Konto abbuchen. Übrigens: Die Abschläge für Strom, Wasser und Abwasser werden nicht vom Staat entlastet und fallen in voller Höhe an.

Auf jeden Fall. Ihre persönliche Entlastung errechnen wir anhand Ihrer Verbrauchsprognose, die längst feststeht, und nicht anhand Ihres tatsächlichen Verbrauchs. Wenn Sie also die Heizung weniger stark aufdrehen, können Sie bares Geld sparen – und erhalten zusätzlich Ihre individuelle Dezember-Soforthilfe. Zudem helfen Sie dadurch, dass wir alle sicher durch den Winter kommen.

Sollten Sie im Dezember keinen regulären Abschlag bezahlen, verrechnen wir Ihren persönlichen Entlastungsbetrag bei der Jahresabrechnung.

Ja, viele unsere FernwärmekundInnen (maximaler Jahresverbrauch 1,5 Gigawattstunden) erhalten im Dezember die vom Bund finanzierte Entlastung.

Damit wir die Dezember-Soforthilfe erfolgreich für Sie umsetzen können, sind wir laut Gesetz verpflichtet, Daten unserer Kundinnen und Kunden an einen Beauftragten (PwC) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz weiterzugeben. Dies betrifft folgende Daten:

  • E-Mail-Adresse oder Telefonnummer
  • Postanschrift
  • Abschlagszahlung für September
  • Liefermenge des Jahres 2021 oder des letzten Abrechnungszeitraums

Grundsätzlich haben nur Haushalte und kleinere Unternehmen einen Anspruch auf die Soforthilfe im September. Der Gesetzgeber hat aber Ausnahmen definiert: Unabhängig vom Verbrauch werden zudem auch größere Verbraucher wie die Wohnungswirtschaft und beispielsweise Pflege- und Rehabilitationseinrichtungen sowie Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen entlastet. Auch hier beträgt die Entlastung ein Zwölftel des individuellen Jahresverbrauchs der Monate November 2021 bis einschließlich Oktober 2022. Wir bitten derartige Unternehmen bzw. Einrichtungen, uns bis zum 31. Dezember 2022 in Textform darzulegen, dass die Voraussetzungen für den Anspruch auf Soforthilfe gemäß § 2 Abs. 1 Satz 4 EWSG vorliegen.

Informationen zur Entwicklung der Energiepreise

Der Preisanstieg für Strom und Gas begann bereits im Herbst 2021. Grund dafür war das Hochfahren der Weltwirtschaft nach dem coronabedingten Einbruch und die starke Nachfrage vor allem in Asien. Der russische Angriffskrieg in der Ukraine hat Erdgas weiter verteuert. Weshalb? Weil Russland seit langem unser wichtigster Erdgaslieferant war. Als Reaktionen auf westliche Sanktionen liefert Russland inzwischen kein Gas mehr nach Deutschland. Das sorgt dafür, dass kurzfristig Gas an anderer Stelle gekauft werden muss, was sehr teuer ist.

In unserer Gaspreiserhöhung ab dem 1. November 2022 haben wir die vorgesehene Gasbeschaffungsumlage in Höhe von 2,419 Cent pro Kilowattstunde und die Reduzierung der Mehrwertsteuer von 19 auf 7 Prozent berücksichtigt. Die Bundesregierung hat jetzt beschlossen, dass die Gasbeschaffungsumlage komplett wegfällt.

Das bedeutet: Wir reichen diese Senkung selbstverständlich an Sie weiter. Wir erledigen das automatisch mit der Verbrauchsabrechnung. Im November erhalten Sie außerdem eine Information zu Ihrem neuen Abschlag, den wir automatisch anpassen. Das bedeutet: Sie brauchen nichts zu tun.

Auch wir würden gerne Strom zu konstant günstigen Preisen einkaufen. Leider gelten auch im Energiehandel die Regeln des Marktes, nach denen sich der Preis aus Angebot und Nachfrage bildet. Kein Erzeuger verkauft seine Ware unter Wert, sondern auf Basis des Marktpreises. Das gilt für Strom und auch für Ökostrom. Derzeit ist das Stromangebot sehr knapp – bei gleichbleibend hoher Nachfrage. Diesen Mechanismen können auch wir uns nicht entziehen. Sollten sich Änderungen ergeben, werden wir diese Möglichkeiten prüfen und, wenn sie wirtschaftlich sind, nutzen.

Um sicherzustellen, dass die Gasspeicher vor dem Winter möglichst voll sind, hat die Bundesregierung konkrete Vorgaben für die Füllstände gemacht. Die Kosten hierfür werden über die Gasspeicherumlage auf die Gasverbraucher umgelegt – sie schlägt mit 0,059 Cent (netto) pro Kilowattstunde zu Buche.

Hinzu kommt ebenfalls die Bilanzierungsumlage in Höhe von 0,57 Cent (netto) je Kilowattstunde Gas. Sie sorgt dafür, dass der Netzbetreiber Trading Hub Europe (THE) kurzfristig Gas einkaufen kann, sollte die Prognose vom tatsächlichen Verbrauch im deutschen Gasnetz abweichen. Denn nur so kann der Druck im Gasnetz konstant gehalten werden.

Alles rund um die Preiserhöhungen zum 1. November 2022

Unser günstigster Gastarif liegt ab dem 1. November 2022 bei einem Preis von 18,19 Cent je Kilowattstunde – der jährliche Grundpreis beträgt 131,61 Euro. Strom erhalten Sie ab dem 1. November ab einem Preis von 34,42 Cent je Kilowattstunde. Der jährliche Grundpreis liegt im günstigsten Stadtwerke-Stromtarif bei 139,37 Euro. Bei allen angegebenen Preisen ist die jeweils gültige Mehrwertsteuer bereits enthalten.

Das lässt sich heute noch nicht sagen, aber die vergangenen Monate haben gezeigt, dass nichts auszuschließen ist: Seit dem Ausbruch des russischen Angriffskrieges in der Ukraine haben sich die Preise für Strom und auch für Gas an den Handelsmärkten zeitweise verzehnfacht. Enorme Preissprünge binnen sehr kurzer Zeit waren und sind nach wie vor keine Seltenheit. Was wir Ihnen aber versprechen können: Sobald wir Energie günstiger einkaufen können, werden wir diesen Vorteil an Sie weitergeben.

Ja, Sie müssen nichts tun – wir passen Ihren Abschlag automatisch für Sie an.

Wir wissen, dass die hohen Energiepreise viele Kunden stark belasten. Allerdings müssen wir diesen Weg gehen, weil wir die Energie für unsere Kunden im Vorhinein kaufen müssen. Da auch unsere Einkaufspreise stark gestiegen sind, müssen wir diese Kosten an Sie weitergeben, da wir sonst in finanzielle Nöte geraten würden.

Dies ist nur in begründeten Ausnahmefällen möglich. Uns ist klar, dass der finanzielle Spielraum für viele Menschen immer kleiner wird. Allerdings würden spätestens bei der Jahresabrechnung eine empfindliche Nachzahlung auf Sie warten, wovor wir Sie bewahren wollen. Zudem haben wir als Energieversorger das Problem, dass wir die Energie, die wir Ihnen liefern, im Vorhinein kaufen und bezahlen müssen. Da auch unsere Einkaufspreise erheblich gestiegen sind, sind wir auf Ihren Abschlag angewiesen.

Hilfe bekommen Sie eventuell beim Sozialamt oder beim Jobcenter – bitte melden Sie sich möglichst schnell bei den genannten Behörden. Dauerhafte Zahlungsprobleme können wir als Energieversorger leider nicht abfedern.

Wenn Sie bei Ihrer Jahresabrechnung eine Nachzahlung erhalten haben und diese nicht leisten können, melden Sie sich bitte rechtzeitig bei uns. Sie erreichen uns unter 0921 600-790, damit wir nach einer gemeinsamen Lösung suchen können. Hilfe bekommen Sie eventuell auch beim Sozialamt oder beim Jobcenter.

Kann ich selbst etwas tun?

Wir haben für Sie Tipps zusammengetragen, wie Sie schnell viel Energie sparen können – ohne teure Geräte anschaffen zu müssen. So schonen Sie Ihren Geldbeutel und tragen dazu bei, dass wir auch im Winter genügend Energie in Form von Wärme und Strom haben – denn jede Kilowattstunde zählt.

Zu den Energiespartipps

Auf keinen Fall: Elektrolüfter sollten Sie – wenn überhaupt – nur ergänzend zu Ihrer normalen Heizung einsetzen, denn sie haben drei entscheidende Nachteile:

  1. Sie sind nicht für einen Dauerbetrieb ausgelegt.
  2. Mit Strom zu heizen, ist immer noch teurer als mit Gas.
  3. Unser Stromnetz hat zwar Reserven, es ist aber nicht darauf ausgelegt, dass ausschließlich mit Strom geheizt wird.

Perspektivisch ist diese Frage vor allem dann spannend, wenn Ihre Öl- oder Gasheizung ohnehin älter ist und ein Austausch notwendig wird. Denn der Gesetzgeber schreibt vor, dass ab 2025 in Bestands- und Neubauten Öl- oder Gasheizungen nicht mehr als alleinige Heizung eingebaut werden dürfen. Weil das Thema sehr komplex ist, raten wir Ihnen, sich Tipps von einem Energieberater zu holen. Sollten Sie sich für Contracting – quasi ein Leasing für die Heizung – interessieren, melden Sie sich bitte per Mail(waerme@stadtwerke-bayreuth.de) bei uns.

Informationen zur Versorgungssicherheit

Nach dem aktuellen Lagebericht der Bundesnetzagentur ist die Gasversorgung stabil – die Lage ist allerdings angespannt. Aus Russland erreichen Deutschland keine Gaslieferungen mehr, allerdings sind inzwischen unsere Gasspeicher fast voll. Darüber hinaus wurden Maßnahmen ergriffen, um die Gasversorgung zu sichern: Norwegen und die Niederlande, als mittlerweile größte Gaslieferanten Deutschlands, liefern seit dem Ausbruch des Angriffskrieges in der Ukraine mehr Gas, wodurch ein Teil des fehlenden russischen Gases ersetzt werden konnte.

Außerdem soll schon bald LNG, also verflüssigtes Erdgas, das mit großen Tankschiffen transportiert werden kann, eine große Rolle in der deutschen Erdgasversorgung spielen. Bisher hatte Deutschland keine LNG-Terminals, an denen die Tankschiffe das Gas hätten ins deutsche Erdgasnetz einspeisen können. Seit Mitte November (2022) ist die erste LNG-Anlande-Anlage in Wilhelmshaven betriebsbereit. In Brunsbüttel soll in den kommenden Monaten die nächste Anlage eröffnen. Weitere LNG-Terminals sollen in Lubmin und Stade entstehen. Die Bundesregierung verhandelt darüber hinaus mit potentiellen Lieferländern – weltweit größter LNG Exporteur ist nach eigenen Angaben derzeit die USA.
Unabhängig davon ist es das Ziel der Bundesregierung, so viel Gas wie möglich einzusparen. Daher ist es bereits vorgesehen, verstärkt Kohlekraftwerke zur Stromproduktion einzusetzen, um möglichst wenig auf Gaskraftwerke zurückgreifen zu müssen. Zudem sind wir alle – vom Industriebetrieb bis hin zu Privathaushalten – aufgefordert, so viel Gas wie möglich zu sparen.

Der Notfallplan Gas regelt die Gasversorgung in Krisensituationen. Er sieht insgesamt drei Stufen vor:

Frühwarnstufe: Sie wurde im März 2022 von Wirtschaftsminister Robert Habeck ausgerufen, weil sich infolge des Angriffskrieges in der Ukraine die Gasversorgungslage verschlechtert hat. In der Frühwarnstufe ging es vor allem um detaillierte Kommunikationstests, die auch wir absolviert haben.

Alarmstufe: Nachdem im Juni 2022 deutlich weniger russisches Erdgas in Deutschland angekommen war, wurde die Alarmstufe ausgerufen. Vor allem geht es hierbei darum, dem Energiemarkt zu helfen, auftretende Probleme selbst zu lösen.

Notfallstufe: Bislang wurde die Notfallstufe noch nicht ausgerufen. Dies geschähe, sollten alle bislang getroffenen Maßnahmen nicht ausreichen und es käme zu einer Gasmangellage. Dann würde der Staat entscheiden, wer noch Gas bekommt. Nach aktueller Gesetzeslage würden zuerst große Industriebetriebe kein Gas mehr erhalten. Das soll sicherstellen, dass Privathaushalte und soziale Einrichtungen wie beispielsweise Krankenhäuser weiterhin mit Gas versorgt werden können.

Sollte zu wenig Gas für alle vorhanden sein, ist es Aufgabe der Bundesnetzagentur, dass nach wie vor der lebenswichtige Bedarf gedeckt werden kann. Grundsätzlich unterscheidet das Gesetz zwischen geschützten und nicht geschützten Kunden: Nicht geschützt sind Industriebetriebe, die die ersten wären, die kein Gas mehr oder deutlich weniger erhalten würden. Allerdings können auch Industriebetriebe einen lebenswichtigen Bedarf haben. Beispielsweise dann, wenn ein Unternehmen Medikamente herstellt, die nicht importiert werden können. Als geschützte Kunden gelten hingegen Haushaltskunden und kleine sowie mittlere Unternehmen der Sektoren Gewerbe, Handel und Dienstleistungen. Ebenso als geschützt gelten Fernwärmekunden. Zudem fallen grundlegende soziale Dienste (z.B. Schulen, Krankenhäuser, Arztpraxen, Altenheime, Feuerwehr, Rettungsdienste, Polizei, Energie- und Wasserversorger) ebenfalls in die Kategorie der geschützten Kunden. Falls es nicht ausreichen sollte, wenn die Industrie weniger Gas verbraucht, könnten auch geschützte Kunden aufgerufen werden, ihren Gasverbrauch zu reduzieren. Darüber entscheidet die Bundesnetzagentur in ihrer Rolle als Bundeslastverteiler.

Weitere Informationen bietet die Bundesnetzagentur.

Ja, bereits in der Frühwarnstufe des Notfallplans Gas haben wir intensive Kommunikationstests mit den vorgelagerten Netzbetreibern absolviert. Seitdem ist der Datenaustausch – beispielsweise tagesaktuelle Verbrauchsdaten – intensiviert worden, damit die vorgelagerten Netzbetreiber und in letzter Instanz die Bundesnetzagentur immer auf ein aktuelles Lagebild zurückgreifen können. Zudem fragen wir größere Unternehmen ab, inwiefern sie statt Gas auf andere Energieträger zurückgreifen können. Auch gibt es einen Austausch mit den größeren Unternehmen im Netzgebiet, um sicherzustellen, dass die Kommunikation im Ernstfall funktioniert.

Auch die Stadtwerke Bayreuth sparen Energie ein. In unseren Bädern sparen wir, beispielsweise indem wir Außenbecken nicht mehr beheizen, oder indem wir die Wassertemperatur senken. Außerdem verzichten die Stadtwerke auf die Beleuchtung aller Logos an den Standorten. Und wir haben unsere Kolleginnen und Kollegen dazu aufgerufen, auch in unseren Büros verstärkt Energie zu sparen.

Die Fernwärmeversorgung der Stadtwerke Bayreuth ist auf Gas angewiesen. Da ein Großteil unserer Kunden als geschützt gilt, ist deren Versorgung mit Fernwärme vorerst sicher. Erst wenn zu wenig Gas verfügbar ist, obwohl bereits große Industriebetriebe ihre Produktion eingeschränkt oder eingestellt haben, könnte es zu Einschränkungen kommen.

Die Energiekrise hat auch die Gefahr eines flächendeckenden und länger andauernden Stromausfalls – eines Blackouts – in den öffentlichen Fokus gerückt. Und ja: Ausgeschlossen ist das nicht. Aber: Ein Blackout ist noch immer unwahrscheinlich. Schon seit vielen Jahren geht die Energiebranche mit dem durch die Energiewende bedingten Wandel des Energiesystems um. Sonnen- und Windenergie sind zwar volatil, und damit nicht grundlastfähig, allerdings haben insbesondere die großen Übertragungsnetzbetreiber funktionierende Prognosemechanismen und Prozesse geschaffen. So können sie schnell und präzise agieren. Ebenso steht die IT-Sicherheit seit langem im Fokus und die Netzbetreiber erfüllen zahlreiche Vorgaben, weswegen man sagen kann, dass der Energiesektor im Bereich der IT-Sicherheit zu einem der am strengsten regulierten Sektoren in Deutschland gehört.

Weil für die Stromproduktion auch Gaskraftwerke im Einsatz sind. Müssen diese weniger Strom produzieren, sparen wir automatisch Gas. Und: Angesichts hoher Kosten für Energie ist für viele Menschen jeder gesparte Euro Gold wert. Daher gilt auch beim Strom: Jede Kilowattstunde zählt.

Ihr Ansprechpartner für Fragen rund um die Energieversorgung

Kundenbetreuung Stadtwerke Bayreuth
Telefon: 0921 600-777
Fax: 0921 600-473

Öffnungszeiten:

Mo. bis Do. 8 – 17 Uhr
Fr. 8 – 13 Uhr

An der ZOH:
Kanalstraße 19
95444 Bayreuth

 

 

 

Sie haben Fragen?

Jan Koch, Stadtwerke Bayreuth
Telefon: 0921 600-203

Stadtwerke Bayreuth
Birkenstraße 2
95447 Bayreuth


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