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Bäder und Stadtbusverkehr ziehen Ergebnis ins Minus

Die Stadtwerke Bayreuth blicken auf ein erneut herausforderndes Geschäftsjahr zurück: Einem Umsatzplus von fast 5 Prozent steht ein Verlust in Höhe von 470.000 Euro gegenüber. Ursache für das Minus sind vor allem die Verluste beim Stadtbusverkehr und den Bädern der Stadtwerke.


Stadtwerke Bayreuth

Licht und Schatten – beides findet sich im Geschäftsbericht der Stadtwerke Bayreuth. Umsatzseitig legte das Unternehmen im Jahr 2019 zu und landete bei rund 137 Millionen Euro – ein Plus von 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ein ordentlicher Wert, meint Jürgen Bayer, Geschäftsführer der Stadtwerke. „Auch in der Energie- und Wassersparte konnten wir uns leicht steigern – unterm Strich steht hier ein Ergebnis von rund 9 Millionen Euro.“ Wer angesichts solcher Zahlen denkt, das Unternehmen sei auf Rosen gebettet, der irrt. Denn von diesem Gewinn tragen die Stadtwerke Bayreuth die Verluste, die durch den Betrieb des Stadtbusverkehrs, mehrerer Parkeinrichtungen sowie der Stadtwerke-Bäder entstehen. Insgesamt beliefen sie sich im vergangenen Jahr auf rund 7,8 Millionen Euro. Weitere 1,5 Millionen Euro flossen als Gewinnabführung an die Mitgesellschafterin der Energie- und Wassersparte. „Unterm Strich bleibt für das Wirtschaftsjahr 2019 ein Verlust in Höhe von 470.000 Euro. Grundsätzlich gilt auch für dieses Jahresergebnis: Die Verluste der Bäder und des Stadtbusverkehrs hängen einfach wie ein Mühlstein an unserem Hals, und das obwohl unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter täglich ihr Bestes geben.“

Jürgen Bayer: "Unsere Mitarbeiterinnen und MItarbeiter füllen den Begriff der Daseinsvorsorge mit Leben"

Die Corona-Pandemie stelle das einmal mehr unter Beweis. „Unsere Fahrerinnen und Fahrer halten den Stadtbusverkehr trotz der angespannten Situation am Rollen, was für Bayreuth ungemein wichtig ist, weil sehr viele Leute darauf angewiesen sind“, betont Jürgen Bayer. „Genauso engagiert waren die Kolleginnen und Kollegen, die sich um die Energie- und Wasserversorgung kümmern. Dasselbe gilt auch für unsere Bädermitarbeiter: Als die Lohengrin Therme und das Stadtbad im März schließen mussten, haben sie an anderer Stelle angepackt. Gemeinsam füllen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtwerke den etwas sperrigen Begriff der Daseinsvorsorge trotz Corona mit Leben.“

Die Besucherzahlen der Stadtwerke-Bäder ging 2019 leicht zurück: Fürs Kreuzsteinbad ging es um satte 13 Prozent nach unten; knapp 150.000 Gäste besuchten das Freibad. „Diese Schwankungen sind aber ganz normal, da unsere Freibadsaison stark vom Wetter abhängt und das war 2019 einfach nicht ganz so gut wie 2018“, erklärt Bayer. Nach schwächeren Vorjahren schaffte die Lohengrin Therme die Trendumkehr und legte 2019 um 2,1 Prozent auf 194.000 Badegäste zu. Zahlenmäßig außer Konkurrenz läuft das Freiluftbad an der Bürgerreuth, das vergangenes Jahr Refugium für rund 750 Badegäste war – 70 weniger als im Vorjahr.

Busse der Stadtwerke bringen über 6 Millionen Menschen von A nach B

Einen Dämpfer im Vergleich zu den erfreulichen Vorjahren musste das Stadtbad hinnehmen. „Durch den kurzfristigen Ausfall der Heizung musste das Stadtbad ungeplant für vier Monate schließen, was sich natürlich in den Besucherzahlen niedergeschlagen hat.“ Dennoch machten rund 85.000 Gäste dem Traditionsbad ihre Aufwartung – 15 Prozent weniger als im Vorjahr. Keine große Veränderung gab es in der Verkehrssparte der Stadtwerke: Die Zahl der Kurzparker in den vier Parkeinrichtungen des Unternehmens ging im vergangenen Jahr um 0,6 Prozent auf knapp 330.000 zurück. Die Busse des Stadtbusverkehrs brachten 2019 insgesamt 6,1 Millionen Menschen an ihr Ziel.

Anhaltend positiv bleibt der Trend bei der Stromerzeugung von EEG-Anlagen wie Windräder oder Photovoltaikanlagen im Netzgebiet der Stadtwerke Bayreuth: Rund 127.000 Megawattstunden EEG-Strom, rund 3,4 Prozent mehr als noch 2018, flossen ins 1.300 Kilometer lange Netz der Stadtwerke. Rein rechnerisch ist das genug Strom, um mit einem Elektroauto 15.600-mal um die Erde zu fahren. Auch die Anlagen der Stadtwerke Bayreuth sorgen für vor Ort produzierten Strom: Der Windpark im Lindenhardter Forst, an dem die Stadtwerke Bayreuth zu 20 Prozent beteiligt sind, produzierte rund 26.000 Megawattstunden Strom. Insgesamt erzeugten die Stadtwerke Bayreuth knapp 17.000 Megawattstunden Strom in der Region Bayreuth. „Wir tragen damit entscheidend zum Gelingen der Energiewende bei, weil wir zahlreiche kleine und einige größere EEG-Anlagen in unser Stromnetz einbinden und damit Angebot und Nachfrage örtlich zueinander bringen“, sagt Jürgen Bayer. „Denn längst ist unsere Stromversorgung in Deutschland nicht mehr so aufgebaut, dass wenige Großkraftwerke die Verbraucher versorgen. Diese Entwicklung bedeutet für uns zwar jede Menge Arbeit, sie trägt aber dazu bei, dass wir weniger große Stromtrassen brauchen werden.“

Stadtwerke investieren an der Uni - und sparen so 6.000 Tonnen CO2 ein

Investiert haben die Stadtwerke im Geschäftsjahr 2019 fast 12 Millionen Euro: Etwa ein Drittel davon floss in die Wärme- und Kälteversorgung der Universität Bayreuth, um die sich die Stadtwerke Bayreuth kümmern. Dort hat das Unternehmen die Wärme-Kälte-Zentrale-Süd, die unter anderem für die Notversorgung des Ökologisch-Botanischen-Gartens verantwortlich ist, erneuert. „An der Uni haben wir quasi gerade erst angefangen“, betont Geschäftsführer Jürgen Bayer. „Dieses Jahr gehen wir die Wärme-Kälte-Zentrale-Nord an – das wird ein richtiges Mammutprojekt, das den Ausstoß von rund 6.000 Tonnen CO2 vermeiden wird.“ Weitere Investitionen flossen in die Stromversorgung und in sieben neue Gasbusse für den Stadtbusverkehr, die CO2-neutral unterwegs sind. Nachdem die Stadtwerke in den Vorjahren Millionen in die Sanierung des Wasserwerks auf dem Eichelberg investiert haben, hat sich das Unternehmen im Jahr 2019 im Bereich der Trinkwasserversorgung darauf konzentriert, Rohrleitungen zu erneuern.

„Ausnahmsweise steht die Wasserversorgung bei den Investitionen einmal nicht auf dem ersten Platz, aber es darf nicht vergessen werden, dass wir hier in den vergangenen Jahren einen großen Hebel angesetzt haben.“ Gut 20 Millionen Euro habe man seit dem Jahr 2010 in die Trinkwasserversorgung gesteckt. „Außerdem investieren wir quasi permanent in unsere Region, indem wir den Stadtbusverkehr und mehrere Bäder finanzieren, indem wir unsere Aufträge wo immer möglich regional vergeben, indem wir 400 Menschen Arbeit geben und indem wir uns in Form von Sponsoring und Spenden für die Kultur, den Sport und das Ehrenamt in unserer Region engagieren.“

Corona dämpft Erwartungen für das Wirtschaftsjahr 2020

Wie das Ergebnis für das laufende Jahr ausfallen wird, könne Bayer noch nicht abschließend sagen. „Aber schon heute steht fest, dass Corona das zentrale Thema sein wird.“ Allein der Umsatzverlust der Bäder und des Stadtbusverkehrs sei erheblich. Zudem hätten Gewerbe und Industrie Corona-bedingt in der Zeit des Lockdowns weniger Energie verbraucht. „Für uns bedeutet das nicht nur, dass wir weniger Energie verkaufen können“, sagt Jürgen Bayer. „Nein, wir müssen stattdessen die bereits an den Börsen gekauften Mengen zu leider sehr niedrigen Preisen verkaufen. Corona ist energiewirtschaftlich eine doppelte Bürde.“ Die wirtschaftliche Lage der Stadtwerke bleibe durch die Pandemie herausfordernd. „Wenn wir unsere Netze erneuern und weiterhin in erneuerbare Energien und die Digitalisierung investieren, geht es schnell in die Millionen. Deswegen muss ich es so klar sagen: Ein größerer finanzieller Spielraum für die Stadtwerke Bayreuth wäre Gold wert und dringend notwendig.“