Die Gewerkschaft ver.di hat für Freitag, 27. Februar, und Samstag, 28. Februar, erneut zu ganztägigen Warnstreiks im Stadtbusverkehr aufgerufen – davon betroffen ist auch der Bayreuther Stadtbusverkehr. Dadurch ist an beiden Tagen erneut mit Einschränkungen im Busbetrieb der Stadtwerke Bayreuth zu rechnen. Dank der Unterstützung von Partnerunternehmen können die Stadtwerke am Freitag knapp die Hälfte ihres Fahrplanangebots aufrechterhalten. Anders sieht es am Samstag aus – hier fallen deutlich mehr Fahrten aus. Die Regionalbusse im Umland (u. a. Linien 328, 372, 378) sowie die Regionalzüge (z. B. RB34) verkehren planmäßig und ohne Einschränkungen. Ab Sonntag, 1. März, fahren die Stadtwerke Bayreuth wieder nach regulärem Fahrplan.
Stadtwerke bieten Streikfahrplan
Welche Fahrten am Freitag stattfinden, zeigt der Streikfahrplan, den die Stadtwerke auf deren Webseite zur Verfügung stellen – den Streikfahrplan für Samstag veröffentlichen die Stadtwerke ebenfalls dort im Laufe des Mittwochs. Zudem können sich Fahrgäste an beiden Streiktagen über die Fahrplanauskunft des VGN (vgn.de und die VGN-App) informieren. Andere Apps und Portale – zum Beispiel der Deutschen Bahn – können die kurzfristigen Änderungen nicht abbilden. Die Stadtwerke empfehlen Fahrgästen, in der Verbindungsauskunft auch alternative Haltestellen oder Start-/Zieladressen auszuprobieren, falls an den gewohnten Haltestellen keine passenden Fahrten angezeigt werden. „Wir bitten unsere Fahrgäste um Verständnis. Auch bei den Fahrten, die stattfinden, kann es aufgrund der angespannten betrieblichen Situation zu Verzögerungen und hoher Auslastung kommen“, sagt Jan Koch, Sprecher der Stadtwerke Bayreuth.
Andere Unternehmensbereiche nicht betroffen
Gleichzeitig läuft der Betrieb in anderen Unternehmensbereichen normal weiter: Die Verwaltung, alle Parkeinrichtungen, die Lohengrin Therme, das Stadtbad, das Kundencenter Energie & Wasser sowie die Energie- und Wasserversorgung sind nicht vom Streik betroffen. Das Kundencenter Verkehr an der ZOH wird am Freitag geöffnet bleiben – am Samstag hat es grundsätzlich geschlossen.
“Hoffen auf Einigung”
„Wir hoffen sehr, dass die Tarifparteien bald eine Einigung erzielen“, betont Stadtwerke-Geschäftsführer Markus Rützel. „Wir wurden bereits an drei Tagen bestreikt – nun folgen die Streiktage vier und fünf. Jeder weitere Streik trifft die Menschen in Bayreuth, die auf den Bus angewiesen sind. Ihnen weitere Belastungen zu ersparen, muss im Interesse aller Beteiligten liegen.“ Rützel macht zugleich deutlich, dass die Stadtwerke Bayreuth sowohl die Arbeit der Beschäftigten wertschätzen als auch die grundsätzliche Notwendigkeit besserer Arbeitsbedingungen anerkennen: „Die Beschäftigten leisten jeden Tag tolle Arbeit, die honoriert werden muss. Gleichzeitig müssen diese Verbesserungen vor dem Hintergrund schwieriger wirtschaftlicher Verhältnisse der Verkehrsunternehmen mit Augenmaß getroffen werden.“
Forderungen nicht stemmbar
Die bislang unveränderte Forderung der Arbeitnehmerseite bereite ihm daher Bauchschmerzen. „Würde diese eins zu eins umgesetzt, würden unsere Personalkosten in unserem Verkehrsbetrieb um 25 Prozent steigen. Die Mehrkosten würden sich auf 1,5 Millionen Euro pro Jahr belaufen. Unser jährliches Defizit im Stadtbusverkehr, das aktuell bei rund 4 Millionen Euro liegt, würde auf 5,5 Millionen Euro anwachsen – ein Wert, der für uns nicht zu stemmen ist. Das sind Fakten, die am Verhandlungstisch nicht ausgeblendet werden dürfen. Es geht damit auch um die Zukunft eines leistungsfähigen ÖPNV, der mit dieser Forderung mehr als auf der Kippe steht.“








