Für Donnerstag hat die Gewerkschaft ver.di erneut zu einem ganztägigen Warnstreik im Stadtbusverkehr aufgerufen. Auch der Bayreuther Stadtbusverkehr ist davon betroffen. Fahrgäste müssen daher mit Einschränkungen rechnen. Dank der Unterstützung externer Partnerunternehmen können die Stadtwerke allerdings knapp die Hälfte ihres Angebots aufrechterhalten. Die Regionalbuslinien im Umland (u. a. 328, 372, 378) sowie die Regionalzüge (z. B. RB34) fahren regulär und ohne Einschränkungen.
Streikfahrplan online einsehbar
Welche Fahrten trotz Streik stattfinden, ist im Streikfahrplan einsehbar. Die Stadtwerke aktualisieren die Informationen fortlaufend. Zusätzlich können sich Fahrgäste über die Fahrplanauskunft des VGN (vgn.de und VGN-App) informieren, wo voraussichtlich ab Mittwochnachmittag die tatsächlichen Fahrzeiten für Donnerstag eingepflegt sein werden. Andere Apps – etwa die der Deutschen Bahn – bilden kurzfristige Änderungen nicht zuverlässig ab. Die Stadtwerke empfehlen, bei der Verbindungssuche auch alternative Haltestellen oder Start-/Zielpunkte zu prüfen. „Wir wissen, dass die Situation für viele Menschen belastend ist, und bitten um Verständnis. Auch auf den Linien, die fahren, kann es zu Verspätungen und hoher Auslastung kommen“, erklärt Stadtwerke-Sprecher Jan Koch.
Kundencenter Verkehr geöffnet
Alle anderen Bereiche der Stadtwerke arbeiten wie gewohnt: Verwaltung, Parkeinrichtungen, Lohengrin Therme, Stadtbad, Kundencenter Energie & Wasser sowie die Energie- und Wasserversorgung sind nicht vom Streik betroffen. Das Kundencenter Verkehr an der ZOH bleibt am Donnerstag ebenfalls geöffnet – die Erreichbarkeit kann allerdings eingeschränkt sein.
Wunsch: Zügige Tarifeinigung
Stadtwerke-Geschäftsführer Markus Rützel hofft auf eine baldige Lösung im Tarifkonflikt: „Unser Unternehmen und unsere Fahrgäste wurden bereits an fünf Tagen durch die Gewerkschaft bestreikt, und nun kommt ein weiterer hinzu. Jeder zusätzliche Ausfall trifft die Menschen in Bayreuth, die auf den Bus angewiesen sind. Eine zügige Einigung im Tarifkonflikt wäre im Interesse aller.“ Gleichzeitig betont er, dass die Stadtwerke sowohl die Leistung der Beschäftigten schätzen als auch die Notwendigkeit attraktiver Arbeitsbedingungen sehen: „Unsere Mitarbeitenden leisten hervorragende Arbeit, und Verbesserungen sind grundsätzlich richtig. Sie müssen jedoch in einem Rahmen erfolgen, der für die Verkehrsunternehmen noch tragbar ist.“
Finanzierbarkeit in Gefahr
Die unveränderten Forderungen der Gewerkschaft bereiten ihm große Sorgen: „Würden sie vollständig umgesetzt, würden unsere Personalkosten im Verkehrsbetrieb um rund 25 Prozent steigen – das wären etwa 1,5 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr. Unser ohnehin bestehendes Defizit von derzeit etwa 4 Millionen Euro würde auf 5,5 Millionen anwachsen. Das ist für uns schlicht nicht finanzierbar. Diese Zahlen müssen in den Verhandlungen berücksichtigt werden, denn es geht auch um die Zukunft eines funktionierenden ÖPNV in Bayreuth.“








